Klimawandel in der Mundhöhle

01"Der Tiger Karies schläft nicht, sondern sucht jede noch so kleine Lücke, aus dem Käfig auszubrechen, den wir ihm gebaut haben", beschrieb Dr. Herbert Michel, Vorsitzender der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V. (LAGZ) die derzeitige Position der Gruppenprophylaxe in Bayern. Auch wenn es viele schöne Erfolge in den 25 vergangenen Jahren gebe, auf die man heute stolz zurückblicken könne, so sorgten doch einige bislang noch nicht hinreichend erforschte Faktoren für neuartige Krankheitsbilder in der Mundhöhle - ähnlich den veränderten Umweltbedingungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel, meinte Dr. Michel gestern in der Nürnberger Meistersingerhalle beim Festakt der LAGZ.
Dass die LAGZ mittlerweile zu einem festen Bestandteil der Gesundheitserziehung im Freistaat geworden ist, bestätigte Bernd Sibler, Staatssekretär des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus, in seinem Grußwort: "In über zwei Jahrzehnten hat sich ein erfolgreiches Netzwerk für die Zahngesundheit an unseren Schulen gebildet, in dem alle Beteiligten und Verantwortlichen an einem Strang ziehen".

Melanie Huml, Staatssekretärin im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, überbrachte nicht nur die Grußworte von Ministerpräsident Günther Beckstein, sondern unterstrich in ihrer Rede auch die Wichtigkeit von Gesundheitsvorsorge von Kindesbeinen an, wozu auch die Zahngesundheit gehöre. Der bayerische Staat unterstütze aus diesen Gründen auch die "Aktion Seelöwe" in seiner Gesundheitsinitiative "Gesund.Leben.Bayern" .

Dr. Herbert Michel betonte, dass neben Eltern, Erziehern, Lehrern, Zahnärzten und Krankenkassen neue Verbündete aus dem ärztlichen und pädagogischen Bereich gewonnen werden müssen: "Sozialstatus und Herkunft beeinflussen die Mundgesundheit. Zur Bewältigung dieses Ungleichgewichts sind neue Präventionsverbünde gefragt. Verbünde, die Prävention ganzheitlich sehen und nicht nur fokussiert auf ein Teilproblem" . Die LAGZ habe mit ihren Aktionen an Kindergärten, Grund- und Förderschulen sowie in den fünften und sechsten Klassen einen tragfähigen Grundstein gelegt. "Wir haben Kinder, Jugendliche und Erwachsene viele Jahre mit Aufklärung und Motivation zur Selbstverantwortung in unsere Ziele einbinden können. Jetzt aber stellen wir fest, dass wir mit diesem Konzept alleine die bisherigen Erfolge nicht mehr so ohne weiteres steigern können."
Den Schlüssel für zukünftige erfolgreiche Gruppenprophylaxe sieht der LAGZ-Vorsitzende daher in einer ergänzend und unterstützend angewandten Prophylaxe vor Ort. Dr. Michel spielte damit beispielsweise auf die frühe Milchzahnkaries (Early Childhood Caries) oder aber eine auffällige Mineralisationsstörung an den Backenzähnen und Frontzähnen (MIH: Molar-Incisor Hypomineralisation) an: "Das Vorkommen wird zur Zeit zwischen 3,6 und 25 Prozent eingeschätzt und differiert von Region zu Region. Mehrere Ursachen werden für die Zahnschmelzdefekte vermutet: Dioxin oder polychloriertes Bipheyl (PCB) in der Muttermilch, Sauerstoffmangel bei der Geburt, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Infektionserkrankungen, Störungen im Mineralhaushalt. Hier steht auch die Gruppenprophylaxe vor neuen Aufgaben. Eine erfolgversprechende Lösung ist meines Erachtens nur in einer frühzeitigen Diagnose und Aufklärung im Verbund mit Zahnärzten, Kinderärzten, Ernährungsberatern und Erziehern möglich".

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Kurz gemeldet
Aktion Seelöwe

Aktion Seelöwe in ganz Bayern erfolgreich

Zahngesundheitsvorsorge in den bayerischen Kitas eine feste Größe.
92 Prozent aller Kindertagesstätten engagieren sich beim Prophylaxeprojekt der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V. (LAGZ) und motivieren flächendeckend zum regelmäßigen, zweimal jährlichen Zahnarztbesuch.

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Aktion Löwenzahn

Seit 20 Jahren gehen Bayerns Grundschüler mit dem Löwen Dentulus zum Zahnarzt

Löwenstark mit guten Zähnen – das ist das Motto von Dentulus, dem Maskottchen der Bayerischen Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit e.V. (LAGZ) für die „Aktion Löwenzahn“. Seit 20 Jahren gibt es diese Zahngesundheitsaktion nun schon flächendeckend in ganz Bayern. Jedes Jahr nehmen 90 Prozent aller Grund- und Förderschulen teil.

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AK-Vorsitzende tagten

Am 27. April tagten in München die Arbeitskreisvorsitzenden. Über 70 LAGZ-Zähnärzte aus ganz Bayern trafen sich zu einem intensiven Gedankenaustausch. Vorstand und Geschäftsführung standen für Fragen und Anregungen zur Verfügung und gaben einen Rückblick auf die Jahre 2014/15. Gastreferenten informierten die Anwesenden zur laufenden EPI-Studie, zum neuen Unterrichtswerk für die 5. und 6. Klassen und zu den LAGZ-Aktionen. Bilder zur Veranstaltung finden Sie hier >>>

15 Mal gewonnen

Die Grundschule Guteneck/Weidenthal hat 15x einen Hauptgewinn der Aktion Löwenzahn gewonnen.

Im Februar wurde sie dafür mit einem Sonderpreis über 200 Euro von der LAGZ ausgezeichnet.

Den Scheck überreichten der LAGZ-Arbeitskreisvorsitzende Dr. Johannes Kirschneck und der zuständige LAGZ-Zahnarzt Dr. Werner Hein. Dr. Hein betreut die Schule seit 1963 und ist ein Pionier der LAGZ-Arbeit in der Oberpfalz.

>>> Bilder zur Übergabe der Gewinnerschecks

>>> Pressemitteilung